ETF-Strategie

Das Welt-Portfolio – Die ganze Weltwirtschaft im Depot

Kurz erklärt: Die Welt-Portfolio-Strategie ist der „Goldstandard“ für rationales Investieren. Anstatt auf einzelne Länder oder Branchen zu wetten, kaufen Anleger den gesamten globalen Aktienmarkt. Der Fokus liegt auf maximaler Risikostreuung bei gleichzeitiger Nutzung der weltweiten Wirtschaftskraft.

Was steckt hinter der Welt-Portfolio-Strategie?

Das Welt-Portfolio basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass es kaum möglich ist, zuverlässig vorherzusagen, welche Regionen oder Branchen morgen die Gewinner sein werden.

Die Grundidee ist simpel: Suche nicht die Nadel im Heuhaufen, sondern kaufe einfach den ganzen Heuhaufen. Wenn die Weltwirtschaft wächst, wächst auch das Depot. Einzelne Firmenpleiten fallen bei tausenden von Unternehmen im Portfolio kaum ins Gewicht.

Wie das Welt-Portfolio in der Praxis funktioniert

Der Ablauf ist darauf ausgelegt, Komplexität zu reduzieren:

  1. Auswahl: Man wählt ETFs, die Industrieländer (z. B. USA, Europa, Japan) und Schwellenländer (z. B. China, Indien, Brasilien) abdecken.

  2. Gewichtung: Ein klassischer Ansatz ist die Aufteilung nach Marktkapitalisierung oder das Verhältnis 70 % Industrieländer zu 30 % Schwellenländer.

  3. Automatisierung: Die Strategie läuft meist vollautomatisch über Sparpläne.

  4. Rebalancing: Einmal im Jahr wird die ursprüngliche Gewichtung wiederhergestellt (Gewinne mitnehmen, Günstiges nachkaufen).

Es ist eine „All-Wetter-Strategie“, die nicht ständig angepasst werden muss.

Welches Ziel verfolgt diese Strategie?

Das Welt-Portfolio ist keine Wette auf den nächsten großen Hype. Ziel ist vielmehr:

  • Maximale Diversifikation (Risikostreuung)

  • Sicherung der Marktrendite (Durchschnittlich 7–8 % p.a. historisch)

  • Vermeidung von Klumpenrisiken (z. B. nur in deutsche Aktien zu investieren)

  • Ruhe im Depot

Kurz gesagt: Sicherheit durch Breite statt Risiko durch Spekulation.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • wissenschaftlich fundiert

  • eliminiert das Risiko des Totalverlusts fast vollständig

  • sehr geringer Zeitaufwand

  • mit nur 1 bis 2 ETFs umsetzbar

Nachteile

  • man erzielt „nur“ die Marktrendite (keine Überperformance)

  • Währungsschwankungen (da global investiert wird)

  • Abhängigkeit von der globalen Konjunktur

Klingt unspektakulär – ist aber statistisch gesehen den meisten aktiven Strategien überlegen.

a close up of a clock with different colored numbers
a close up of a clock with different colored numbers

Für wen eignet sich das Welt-Portfolio?

Diese Strategie passt besonders gut zu Anlegern, die:

  • ein solides Fundament für ihre Altersvorsorge bauen wollen

  • verstehen, dass Vorhersagen an der Börse meist Glückssache sind

  • keine Zeit für Bilanzen und Geschäftsberichte haben

  • rational statt emotional entscheiden

Es ist die ideale Basis-Strategie für fast jeden Vermögensaufbau.

Risiken und typische Fehler

Auch das Welt-Portfolio schwankt mit den Märkten. Häufige Fehler sind:

  • Home Bias: Man kauft doch lieber nur Aktien aus dem Heimatland, weil man die kennt.

  • Performance Chasing: Man mischt ständig aktuelle Trend-Branchen bei, die gerade gut liefen.

  • Verkauf im Crash: Wenn die Weltwirtschaft hustet, muss man die Füße stillhalten.

Die Strategie funktioniert nur, wenn man auch in globalen Krisen investiert bleibt.

Ein einfaches Beispiel

Ein Anleger entscheidet sich für die klassische „70/30-Lösung“.

Er investiert 70 % seiner Sparrate in einen ETF auf den MSCI World (Industrieländer) und 30 % in einen ETF auf die Emerging Markets (Schwellenländer). Damit ist er mit nur zwei Produkten an über 3.000 Unternehmen weltweit beteiligt – von Apple in den USA bis zu Samsung in Südkorea.

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